Im Weltraum Geschichte schreiben

In seiner 27-jährigen Offizierslaufbahn bei der US-Luftwaffe gehörte Leutnant General Thomas Stafford der Besatzung von vier historischen NASA-Weltraummissionen an und war an einigen der spannendsten Momente in der Geschichte der Weltraumforschung beteiligt.

Bei seinem Einsatz als Pilot von Gemini 6 gelang das erste Rendezvous im Weltraum. Wenig später startete er als Kommandant von Gemini 9 erneut ins All. Im Mai 1969 flog er als Kommandant von Apollo 10 in die Mondumlaufbahn. Auf seinem vierten Flug in den Weltraum kommandierte er schließlich das Apollo-Sojus-Test-Projekt, einen gemeinsamen Weltraumflug, dessen Höhepunkt das erste Treffen amerikanischer Astronauten und sowjetischer Kosmonauten im Weltraum war – ein Treffen von historischer Bedeutung.

Thomas Stafford war in der Schweiz, um den 40. Jahrestag der Apollo 11-Mission zu feiern, zu der auch er einen Beitrag geleistet hatte. Dort sprach er über sein Leben als Weltraumpionier.

General Stafford, wie fühlte es sich für Sie an, Teil von Apollo 10 zu sein, zu den Menschen zu gehören, die die Mondlandungen erst möglich gemacht haben?

Nun, es fühlte sich gut an. Es war eine neue Mission, die Erforschung von etwas ganz Neuem, etwas, das noch nie zuvor getan worden war! Als ich Kommandant von Apollo 10 war, umrundeten Gene Cernan, John Young und ich den Mond und Gene und ich näherten uns seiner Oberfläche mit einer Mondlandefähre bis auf ca. 14 Kilometer. Unsere Fähre war zu schwer für eine Landung, oder vielleicht hätten wir auch landen können. Wie auch immer – wir hatten die Gelegenheit, eine Landeellipse auszusuchen. Außerdem haben wir das erste Rendezvous in der Mondphase durchgeführt.

Woran haben Sie gedacht, als Sie den Mond zum ersten Mal aus der Nähe sahen?

Das war einzigartig, das kann ich Ihnen sagen! Es war fantastisch, als wir ihm näher kamen. In der Vorbereitung hatte man uns immer gesagt, dass wir den Mond erst sehen würden, wenn wir da sind, weil er im Schatten der Erde läge. Und während wir immer weiter rausflogen, wurde die Erde immer kleiner und kleiner. Und wir suchten ständig nach dem Mond. So funkten wir zurück: „Leute, wir glauben euch, er ist irgendwo da draußen, aber wir haben ihn noch nicht gesehen!“

„Die Erde sieht aus, als sei sie im All aufgehängt. Ich hatte immer das Gefühl, da müsste eine Schnur sein, die sie festhält, oder ein Pfahl!“

Schließlich waren wir siebzig- oder achtzigtausend Kilometer rausgeflogen und konnten ein ganz kleines Stückchen von ihm sehen. Als dann die Sonne unterging, war er nur noch ein schwarzer Fleck am Himmel – ein schwarzes Loch im Himmel. Um uns herum all die Sterne. Und dann ging die Erde unter; sie verschwand einfach.

In dem Moment wurde es um uns herum ganz schwarz – wir verloren komplett die Orientierung – doch plötzlich, etwa eine Minute, bevor wir den Antrieb einschalten und ein bisschen einschlagen würden, erschien der Mond direkt unter uns. Das war ein unvergessliches Erlebnis!

Wie sieht die Erde aus dem Weltall aus?

Sie ist wunderschön; unglaublich! Nur 24 Menschen haben das jemals von da draußen aus gesehen. Die Erde sieht aus, als sei sie im All aufgehängt, und ich hatte immer das Gefühl, da müsste eine Schnur sein, die sie festhält, oder ein Pfahl!

Überrascht es Sie, dass die Mondlandungen bei den Menschen auch vierzig Jahre später noch so große Begeisterung auslösen?

Manchmal schon, aber ich kann das gut verstehen. Sie gehörten zu den einzigartigsten Ereignissen in der Geschichte der Menschheit. Und sie fanden öffentlich und in einer so kurzen Zeitspanne statt.

Was ist aus Ihrer Original-OMEGA-Speedmaster geworden?

Ein Exemplar befindet sich im OMEGA-Museum in Biel (Schweiz). Die anderen im Smithsonian – im National Air and Space Museum.

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