Die OMEGA Co-Axial Hemmung: Ein Blick hinter die Kulissen
Im Jahr 2007 führte OMEGA die neue Manufakturwerksfamilie mit den vollständig intern entwickelten und gefertigten sowie mit der dritten Generation der OMEGA Co-Axial Hemmung versehenen Co-Axial Kalibern 8500 und 8501 ein.
Als Nicolas G. Hayek, Vorsitzender der Swatch Group, die Rechte zur Nutzung der Co-Axial Technologie für OMEGA erwarb, stellte er eine tollkühne Herausforderung an das Unternehmen: Er wollte das leistungsstärkste und schönste in Serie gefertigte Uhrwerk der Welt. Für OMEGA, benannt nach dem revolutionären 19’’’-Kaliber von 1894, bedeuteten die Jahre der intensiven Forschung und Entwicklung eine Rückkehr zu den Wurzeln.
Die OMEGA Co-Axial Kaliber wurden geschaffen, um der Co-Axial Hemmung, die im Jahr 1999, als praktisch erste neu erfundene Uhrenhemmung in etwa 250 Jahren, eingeführt wurde, die perfekte Umgebung zu bieten. Die OMEGA Co-Axial Hemmung unterscheidet sich im Aufbau erheblich von der Schweizer Ankerhemmung, die lange Zeit Grundsäule der Uhrenindustrie war: Sie besteht aus einer Unruhrolle, die mit einer Palette und einem Hebelstein versehen ist, einem Anker mit drei Paletten und einem Co-Axialen Hemmungsrad mit drei Ebenen, bestehend aus dem Co-Axial Rad, dem Co-Axial Trieb und dem Zahnrad-/Übertragungstrieb zur Verbindung mit dem Zwischenrad und dem Räderwerk.
Die Hauptvorteile dieser neuen Anordnung werden insbesondere im Vergleich zur Schweizer Ankerhemmung deutlich:
Bei jeder Uhrenhemmung muss die Energie an den Schwingungserzeuger übertragen werden. Diese Energie hält die Frequenz des Schwingungserzeugers konstant. Bei der Schweizer Ankerhemmung gleitet der Zahn des Ankerrades bei jedem Impuls entlang der geneigten Oberfläche der Palette. Dadurch entsteht eine beachtliche Reibung, die eine optimale Schmierung unerlässlich macht, wenn die Hemmung korrekt funktionieren soll. Bei der Co-Axial Hemmung hingegen wird die Energie mittels radialer Impulse übertragen. Durch die kleineren Kontaktflächen und die Stoßbewegung wird die Reibung innerhalb der Hemmung im Vergleich zur gleitenden Bewegung bei der Ankerhemmung deutlich reduziert.
Bei der Schweizer Ankerhemmung werden sowohl die im als auch die entgegen dem Uhrzeigersinn gegebenen Impulse indirekt vom Hemmungsrad aus über den Anker an die Unruhrolle übertragen. Dies hat einen außerordentlichen Energieverlust zur Folge. Bei der OMEGA Co-Axial Hemmung hingegen wird der im Uhrzeigersinn gegebene Impuls direkt durch die Zähne des Hemmungsrades an die Palette der Unruhrolle übertragen. Dadurch verfügt diese Hemmungsart über eine größere mechanische Effizienz, die wiederum eine höhere Gangstabilität gewährleistet.
Die OMEGA Co-Axial Hemmung wird in Verbindung mit einer freien Unruh-Spiralfeder eingesetzt. Der Gang des Zeitmessers kann durch eine Veränderung des Trägheitsmoments der Unruh eingestellt werden. Dies macht die ständigen Anpassungen der aktiven Länge der Spiralfeder überflüssig. Die Einstellung erfolgt über Mikro-Schrauben auf dem Unruhreif. Dadurch wird die Stoßfestigkeit verbessert und durch das Berühren der Spiralfeder verursachte Beeinträchtigungen vermieden.
Während einige Vorteile der OMEGA Co-Axial Hemmung unmittelbar zum Tragen kommen, machen sich andere erst mit der Zeit bemerkbar. Dazu zählen etwa die dreijährige Garantiezeit, längere Wartungsintervalle und eine herausragende chronometrische Leistungsstärke, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleibt.
Der englische Meisteruhrmacher George Daniels, der die Co-Axial Hemmung in den 1970er-Jahren erfand und bei der Vorbereitung zur Serienproduktion eng mit OMEGA zusammenarbeitete, ist zu Recht stolz auf seine Kreation. Er meint: „Wenn es sich unter den Kunden herumspricht, dass Uhren mit Co-Axial Hemmungen eine bessere chronometrische Leistungsstärke haben als ihre Pendants mit klassischen Ankerhemmungen und dass Co-Axial Uhren größere Wartungsintervalle haben, wird die Nachfrage nach Co-Axial Kalibern drastisch steigen. Doch die Hemmung spielt noch eine weitere bedeutende Rolle: Sie wird die Beliebtheit mechanischer Uhren im 21. Jahrhundert und darüber hinaus aufrechterhalten.“
Nicolas G. Hayeks kühnes Ziel wurde erreicht: Die OMEGA Co-Axial Kaliber sind die besten in Serie gefertigten mechanischen Uhrwerke der Welt.
